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Jeder ambitionierte Aquarianer weiß, dass Lebendfutter für die meisten seiner Fische durch nichts zu ersetzen ist. Zumindest zwischendurch sollte man bestrebt sein, Lebendfutter zu bieten. Auch wenn Trockenfutter heute qualitativ sehr hochwertig und sogar gewisse Vorteile gegenüber dem Lebendfutter hat (vitaminreich, ausgewogen, keine Einschleppungsgefahr von Krankheiten und Schädlingen), so ist die Freude den Fischen förmlich anzusehen, wenn sie Lebendfutter bekommen, das sich bewegt.

Lebendfutter zu kaufen ist teuer. Es selber fangen ist so eine Sache, denn wo findet man heutzutage noch geeignete Tümpel? Früher kannte ich noch Tümpel, wo ein einziger Kescherzug einen faustgroßen Klumpen roter Wasserflöhe erbrachte. Die gibt es alle nicht mehr.

Drosophila als Fischfutter ist für viele Zierfische ideal. Anflugnahrung stellt in den Heimatgewässern den Hauptanteil der Nahrung. Dass Oberflächenfische kleine Fliegen bevorzugen, ist klar. Nahezu alle freischwimmenden Fische nehmen sie ebenfalls sehr gerne. Besonders auffallend ist, dass besonders die hochrückigen Salmler, wie z. B. die Gruppe der Rosy Tetras, aus den mittleren Wasserschichten blitzschnell hoch schießen, um die Fliegen zu packen und genau so schnell wieder nach unten tauchen. Die Bärblinge machen da keine Ausnahme. Es versteht sich von selbst, dass man die flugunfähigen Drosophila-Mutanten verwendet.

Drosophila ist wohl das am leichtesten zu züchtende Lebendfutter. Es verwundert, dass man von dieser Möglichkeit so wenig Gebrauch macht. Ein Grund dafür gibt es allerdings, und dieser ist gravierend: Die Drosophila-Zucht fängt nach einiger Zeit an, übel zu riechen! Das hält wohl die meisten Aquarianer nach den ersten Versuchen ab, die Zucht auf Dauer weiterzuführen. Wie bekomme ich also die Geruchsbelästigung in Griff? Im Sommer kann man das Glas draußen stehen lassen, wobei man dann aufpassen muss, dass sich keine flugfähigen Fruchtfliegen einkreuzen (Verschluss mit mehrlagigem Nylonstrumpf!). Über die kalte Jahreszeit hilft im Haus nur eine wenig riechende Zucht. Mir war bisher kein diesbezügliches Rezept bekannt, bis mir eine Vereinskameradin einen Zuchtansatz mit einem Substrat schenkte, der die Geruchsbelästigung in akzeptable Grenzen hält.

Das Rezept hierfür ist in dem Beitrag Drosophila-Substrat, Rezept beschrieben.

Gurkengläser sind als Gefäß eine billige und gute Wahl. Über den Verschluss gibt es viele Möglichkeiten. Am einfachsten ist ein mit Gummiband gehaltener Nylonstrumpf, der mehrlagig genommen wird, damit sich keine flugfähige Formen einkreuzen können. Vom oft empfohlenen Küchenpapier rate ich ab, da wegen der geringen Luftzirkulation Schimmel entsteht. Es gibt jede Menge andere - teils abenteuerliche - Bastellösungen hierfür. Wer kann uns besondere Tipps geben? Das ist ein Thema für einen separaten Beitrag.

Flugunfähige Drosophila-Zuchtstämme sind über gut sortierte Zoofachgeschäfte oder über den Versandhandel einfach zu beschaffen. Für kleine Fische ab 2,5-3,0 cm nimmt man Drosophila melanogaster. Es ist nun aber auch die etwas größere Art Drosophila hydei erhältlich. 

Horst Fries

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